Dienstag, 30. September 2014

16. Tag: Kathmandu

Der Wecker ging heute morgen um 05:45 Uhr, damit ich noch einmal den Sonnenaufgang über dem Himalaya anschauen konnte, dieses Mal von Süden aus.


Danach habe ich eine Stunde Yoga gemacht, war sehr entspannend.

Erster Halt heute war Bhaktapur, eine alte Königsstadt.
Sehr schöne Eindrücke.












Im Anschluss ging es noch zum Pashupatinath-Tempel in Kathmandu. Das ist einer der heiligsten Hindu-Tempel. Dort finden die Verbrennungen der Verstorbenen statt. Für die Hindus ist es eine große Ehre, wenn sie dort verbrannt werden beziehungsweise es ist erstrebenswert für sie, dort verbrannt zu werden. Für viele Hindus ist es jedoch zu teuer. Umgerechnet kostet eine Verbrennung hier 35,00€! 
Habe mehrere Verbrennungen beziehungsweise das Treiben dort beobachtet (vor dem Anzünden werden die Verstorbenen noch im heiligen Fluss Bagmati gebadet, zumindest die Füße werden nochmals im heiligen Wasser gewaschen, der Bagmati mündet in Indien in den Ganges). 
Auf der einen Seite war das schon gruselig tote Menschen zu sehen, auf der anderen Seite ist es hier etwas total natürliches und durchaus interessant, wie die Menschen hier mit der Trauer umgehen. 
Den Duft von verbranntem Fleisch werde ich hoffentlich schon bald wieder vergessen.


In die Hindu-Tempel dürfen nur Hindus und Buddhisten. Ich darf nicht rein, da ich als Nicht-Hindu und Nicht-Buddhist Schweinefleisch esse und das ist im Hinduismus und Buddhismus ja untersagt.

Nachmittags ging es zum Hotel in Kathmandu.



Tut gut, zum Abschluss nochmal so ein schönes Hotel.

Übermorgen und am Freitag ist hier in Nepal ein großes Fest. Dabei werden 108 Ziegen für die Hindu-Götter geopfert. 108 ist im Hinduismus eine magische Zahl. Derzeit sieht man deshalb an jeder Ecke noch Ziegen rumstehen, die zum Verkauf angeboten werden. 
Die Armen. 
Ziegenfleisch ist hier übrigens das teuerste Fleisch - 6,00€/Kilo.

Nepal gefällt mir sehr gut!
Ein sehr vielfältiges, interessantes Land.

15. Tag: Dhulikhel

Heute war ein sehr aufregender Tag.

Früh morgens ging es zur Grenze nach Nepal.
Hier bin ich erst einmal eine Stunde angestanden. Zum Abschied von China gab es nochmal das "große" Programm: persönliche Passkontrolle, Wärmebildkamera, Dokumentation der Ausreise..

Dann ging es über die "Freundschaftsbrücke" nach Nepal. Ein komisches Gefühl über eine Brücke in ein anderes Land zu gehen, vor allem als Europäer. Wir haben ja innerhalb Europas nicht mehr diese Kontrollen an den Grenzen.


In Nepal angekommen, musste ich erstmal mein Visum beantragen. Formsache, hat dennoch eine gute halbe Stunde gedauert.


Gestern Abend gab es bereits erste Gerüchte, jetzt hat es sich dann bestätigt: Die einzige Straße Richtung Kathmandu ist wegen einem Erdrutsch gesperrt. Es gab sogar Gruppen, die vor einigen Tagen bereits nach Nepal wollten, aber wieder zurück nach China mussten..
Der Erdrutsch war Anfang August, selbst in unseren Nachrichten wurde davon berichtet (mehr als 150 Todesopfer). Die Straße ist bis heute nicht wieder offen. Es war die Rede von zwei Stunden zu Fuß laufen.. Naja.. Mit Gepäck.. 
Die Rettung kam in Form von Jeeps und dem nepalesischen Militär. Die Jeeps hatten nämlich einen Deal mit dem Militär ausgehandelt, so dass ich mit dem Jeep über die provisorische Brücke und Route nach Dhulikhel fahren konnte. Aber erstmal Gepäck auf den Jeep!


Von der provisorischen Strecke hatte man einen Überblick über den Erdrutsch. War ein schlimmer Anblick.


Das Wasser ist der angestaute Fluss. Durch den Erdrutsch hat sich ein Stausee gebildet. Mehrere Dörfer hinter dem Stausee mussten geräumt werden, weil der Damm jederzeit hätte brechen können. Zwischenzeitlich wird das Wasser gezielt und kontrolliert abgelassen.
Das war wirklich ein direkter "Kontakt" mit einem Katastrophengebiet.
Es gab dort sehr viel Leid, trotzdem haben die Menschen ein Lächeln auf dem Gesicht.

Zwischendurch ging es auch durch ganze Flüsse. Krass!
 




Die Straßen und der Verkehr in Nepal sind genau so, wie man es aus den Internetvideos kennt. Katastrophe. 
Witzig ist, dass die Ziegen auf den Dächern der Busse mitfahren. 

Nach vier Stunden Fahrt bin ich im nächsten Hotel angekommen, macht einen soliden Eindruck.




Generell erinnert mich Nepal bis jetzt sehr an Sri Lanka. Überall wachsen Wandelröschen, Bougainvillea und Bananen, richtig tropisch. Auch das Wetter ist ähnlich wie in Sri Lanka. Ich fühle mich fast schon heimisch.

In Dhulikhel selbst geht nicht viel.

Abends gab es noch Essen.


Die Zeitverschiebung von 02:15 Stunden merkt man doch.

Sonntag, 28. September 2014

14. Tag: Zhangmu

Heute war nicht so spektakulär.

Früh morgens ging es los Richtung Zhangmu, ein kleiner Ort kurz vor der nepalesischen Grenze. Dies ist derzeit die einzige Möglichkeit als Tourist von Tibet nach Nepal zu kommen.

Auf dem Weg dorthin gab es einen letzten Pass, den Tang-La-Pass mit 5.126 Metern. 


Von dort hatte man nochmals eine schöne Aussicht auf den Himalaya, insbesondere auf den Shishapangma, wo leider vor ein paar Tagen ein Lawinenunglück das Leben zweier Bergsteiger, die einen Weltrekord versuchten, kostete.




Unterwegs ein paar Yaks auf der Straße:


Danach ging es durch eine ewig lange Schlucht in tiefere Lagen, nur noch 2.200 m "hoch". Man hat den Höhenunterschied beim Atmen sofort gemerkt - sehr angenehm. Alles wieder normal.




Ein kleines Kälbchen, das sich wohl verirrt hat, weil es weit und breit das einzige war. Das Arme.


Zum Abendessen gab es wieder Tomatensuppe und vegetarische Momos.


Vorm Hotel habe ich noch ein wenig die Trucks beobachtet, die sich von Indien den Weg nach China durch Zhangmu erkämpfen. Eine Millimeterarbeit vom Feinsten. 





Außerdem hat sich noch eine Affenbande aufgemacht, Hotelzimmer auszuräumen. Meines Gott sei dank nicht.




Letzte Nacht in China!

13. Tag: New Tingri

Um 06:30 Uhr ging es heute morgen schon los. Die Nacht war entsprechend kurz. Das erste Mal gab es einen Sternenhimmel hier, die anderen Male war es immer bewölkt.

Heute ging es Richtung Mount Everest. Aber bis man mal dort war, gab es wieder gefühlte 20 Polizei-Kontrollpunkte. Bevor man in die eigentliche "Mount Everest-Zone" kam, gab es dieses Mal sogar einen militärischen Kontrollpunkt, das heißt: aussteigen, persönliche Passkontrolle. Danach ist zusätzlich nochmals ein Soldat alle Fahrzeuge durchgegangen, ob nicht doch noch irgendjemand oder irgendetwas geschmuggelt wird.

Sonnenaufgang im Himalaya:


Dann ging es für vier Stunden auf eine Schotterpiste, teilweise auch durchs Wasser, sofern dieses nicht gefroren war, denn es war wirklich verdammt kalt. 

Unterwegs habe ich Baby-Yaks gesehen, so putzig.



Und dann kam er hier wieder:



Für das Kloster an diesem Aussichtspunkt interessiert sich hier niemand, obwohl es das höchst gelegene und bewohnte Kloster der Welt ist (Rongpu-Kloster).

So dekadent war ich leider nicht unterwegs:


Das höchste Postamt der Welt, 5.200 m:


Und dann ging es zum Mount Everest Base Camp.





Einfach phänomenal. Man muss ständig hinschauen, so faszinierend.
Vom Wetter her hatte ich auch Glück. Viele Guides, die dort waren, meinten, dass sie ihn dieses Jahr noch nie so klar gesehen haben.

Zurück waren es auch wieder vier Stunden Schotterpiste und dann hat auch schon das nobelste Hotel, Verzeihung Gästehaus, auf mich gewartet.



Naja, wird halt ein Tag lang mal Ferkel gespielt. Schlafsack ist bereit. Hoffentlich geht die Nacht schnell um.